Studie: Deutschlands Arbeitsmarkt erkennt das Potenzial von Migranten noch immer nicht vollständig

Trotz des anhaltenden Fachkräftemangels gelingt es Deutschland nach Einschätzung mehrerer Forschungsinstitute weiterhin nicht, das Qualifikationspotenzial vieler Migrantinnen und Migranten vollständig auszuschöpfen. Studien zeigen, dass zahlreiche gut ausgebildete Zuwanderer unterhalb ihrer Qualifikation beschäftigt sind oder aufgrund bürokratischer Hürden nur erschwert Zugang zum Arbeitsmarkt erhalten.

Nach Angaben des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) arbeiten überdurchschnittlich viele Menschen mit Migrationsgeschichte in Tätigkeiten, die nicht ihrer Ausbildung entsprechen. Als zentrale Ursachen gelten langwierige Anerkennungsverfahren ausländischer Abschlüsse, Sprachbarrieren sowie komplexe Verwaltungsprozesse.

Auch die OECD weist darauf hin, dass Deutschland zwar international zu den attraktivsten Zielländern für Fachkräfte zählt, deren Integration in qualifizierte Beschäftigung jedoch häufig langsamer verläuft als in vergleichbaren Industrieländern. Insbesondere akademische Abschlüsse und berufliche Qualifikationen würden oft erst nach Monaten oder sogar Jahren vollständig anerkannt.

Die Bertelsmann Stiftung betont zudem, dass der demografische Wandel den deutschen Arbeitsmarkt in den kommenden Jahren noch stärker unter Druck setzen wird. Ohne eine schnellere Integration internationaler Fachkräfte werde der Mangel an qualifizierten Arbeitskräften weiter zunehmen. Gleichzeitig verliere Deutschland einen Teil der bereits gewonnenen Fachkräfte wieder an andere Länder, weil Karriereperspektiven, Verwaltungsverfahren oder gesellschaftliche Integration als unzureichend wahrgenommen würden.

Experten fordern deshalb tiefgreifende Reformen. Neben einer schnelleren Anerkennung ausländischer Abschlüsse seien digitalisierte Verwaltungsverfahren, gezielte Sprachförderung sowie eine stärkere Verzahnung von Unternehmen, Behörden und Bildungseinrichtungen notwendig. Darüber hinaus müsse der Arbeitsmarkt stärker auf Kompetenzprofile statt ausschließlich auf formale Abschlüsse ausgerichtet werden.

Nach Einschätzung von Arbeitsmarktforschern verfügt Deutschland bereits heute über ein erhebliches, bislang ungenutztes Fachkräftepotenzial. Eine effizientere Integration von Migrantinnen und Migranten könnte nicht nur den Fachkräftemangel mindern, sondern auch die Innovations- und Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft nachhaltig stärken.

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Quellen
Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB): Migration und Arbeitsmarkt (https://www.iab.de)
OECD: International Migration Outlook und Recruiting Immigrant Workers: Germany (https://www.oecd.org)
Bertelsmann Stiftung: Studien zum Fachkräftemangel und Arbeitsmarkt (https://www.bertelsmann-stiftung.de)
Bundesagentur für Arbeit: Arbeitsmarktberichte (https://www.arbeitsagentur.de)
Mediendienst Integration: Arbeitsmarkt & Migration (https://mediendienst-integration.de)

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