Der Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI) bei der Erstellung von Reden, Texten und anderen offiziellen Dokumenten nimmt in der Bundesregierung deutlich zu. Wie eine Recherche des Nachrichtenmagazins *DER SPIEGEL* zeigt, existieren jedoch keine einheitlichen Regeln für den Umgang mit KI.
Nach Angaben des Magazins handhabt jedes Bundesministerium den Einsatz von KI unterschiedlich. Während einige Ressorts KI-Programme zur Unterstützung bei Recherchen, Strukturierung oder Formulierungen nutzen, verzichten andere weitgehend auf entsprechende Anwendungen oder setzen strengere interne Vorgaben um.
Die unterschiedlichen Regelungen betreffen unter anderem die Frage, in welchem Umfang KI für Reden, Pressemitteilungen oder Gastbeiträge verwendet werden darf und welche Kontrollmechanismen gelten. Einheitliche Standards für Transparenz und Kennzeichnung fehlen bislang.
Experten sehen darin ein Problem für die politische Kommunikation. Sie fordern klare Leitlinien, damit nachvollziehbar bleibt, wann KI lediglich unterstützend eingesetzt wird und wann Inhalte maßgeblich von einer künstlichen Intelligenz erstellt wurden.
Die Debatte über den KI-Einsatz in der Politik hat zuletzt an Bedeutung gewonnen. Auslöser waren Berichte über Politiker, deren Reden und Veröffentlichungen teilweise mit Hilfe von KI erstellt worden sein sollen. Vor diesem Hintergrund wächst der Druck auf die Bundesregierung, verbindliche Regeln für den verantwortungsvollen Einsatz der Technologie einzuführen.
DER SPIEGEL – Der KI-Wildwuchs der Bundesregierung